Herbstlicher Vogelzug in Ungarn

Limikolen und Greife

Im Herbst ziehen Millionen von Zugvögeln durch Ostungarn. Das Tal des grossen Flusses Theiss bietet den Vögeln einen leichten Übergang über die hohen Karpaten. Die Durchzügler, die von ihren weit entfernten Brutplätzen in den arktischen Tundren und asiatischen Steppengebieten ankommen, finden hier ähnliche Landschaften wie zu Hause – eine weite, baumlose Ebene.Der Nationalpark Hortobágy Puszta ist die größte zusammenhängende Graslandschaft Mitteleuropas. Die offene, von keinen Hügeln oder gar Bergen begrenzte Ebene bietet den Besuchern aus Westeuropa beeindruckende Erlebnisse. Dazu ist die Puszta eines der wichtigsten Naturgebiete Europas, wo man inmitten einer vielfältigen Landschaft von Sumpf bis zur trockenen, baumlosen Steppe eine reiche Pflanzen- und Tierwelt findet. Das Tokaj - Zemplén Gebirge gehört zur Vulkanzone der Inneren Karpaten, welche den längsten vulkanischen Gebirgszug Europas bilden. Hier stösst die Ebene an das Bergland. Von den Flüssen Theiss und Bodrog mit ihren Auenwäldern und Altwasser über die Lösshänge und Vulkanberge mit ihren Trockenhängen und Steinbrüchen bis zum waldreichen Bergland verzahnen sich hier vielfältige Biotope. Die Hortobagy Puszta ist im Jahre 1999, die Weinregion von Tokaj im Jahre 2002 von der UNESCO in das Verzeichnis „Welterbe der Kulturgüter“ aufgenommen worden

Reisedaten

Mind. 10, Max. 15 Teilnehmende

Reiseprogramm

1. Tag: Zürich – Budapest und nach Erdöbénye

Mittags Linienflug Zürich nach Budapest. Empfang durch Ihre Reiseleitung, János Világosi und Weiterfahrt mit dem Bus Richtung Tokaj - Zemplén Gebirge, welches zu den landschaftlich schönsten Gegenden des Landes gehört. Unterwegs können wir schon die ersten Rohr- und Wiesenweihen, Neuntöter, Haubenlerchen und Grauammern sehen. Gegen Abend erreichen wir Erdőbénye, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen.

2. Tag: Exkursion entlang den vielfältigen Berghängen und Flussauen

Unsere Tagesexkursion führt uns in die Berge. Unterwegs besuchen wir einen strukturreichen Weinberg mit seinen Brachflächen, Böschungen und Trockenwiesen, welche idealer Lebensraum für viele Arten wie Blutspecht, Turteltaube, Wiedehopf, Neuntöter, Schwarzkelchen bieten. In den kleinen Obstgärten und Holunderplantagen an den Berghängen sind Spechte, Drossel, Grasmücken- und Finkenarten zu beobachten.

Während unserer Fahrt halten wir bei dem unberührten Auengebiet des Flusses Bodrog. Der langsam dahinziehende Fluss mäandert durch eine eindrucksvolle Landschaft. Das 10.000 Hektaren grosse Zwischenstromland ist durch urwüchsige Auenwälder und ausgedehnte Feuchtwiesen charakterisiert. Im September sammeln sich hier die Schwarzstörche. See-, Kaiser-, und Schreiadler kreisen über das Gebiet. Der Eisvogel sitzt auf dem Ufergebüsch. Später fahren wir stillgelegten Steinbrüchen entlang, wo die grösste Eule Mitteleuropas, der Uhu, auf den hohen Steinwänden lebt.

3. Tag: Seltene Eule in den tiefen Wäldern

Heute erkunden wir die Wälder der Mittelgebirge. Die Hänge sind von ausgedehnten Eichen- und Buchenwäldern bedeckt, wo wir seltene Spechte wie Grau-, Schwarz-, Mittel- und Weissrückenspecht entdecken können. Am Nachmittag fahren wir tief in die Berglandschaft hinein, um den seltensten Kauz unseres Landes, den Habichtskauz, zu beobachten. In den Karpaten hat der mächtige Kauz eine gesunde Population. Da das Tokaj-Zemplén Gebirge eine direkte Verbindung mit dem Karpatenbogen hat, ist dieser Kauz hier gut vertreten. Am Abend sind wir zu Gast auf einem Weingut, wo wir den weltberühmten Tokajer probieren und die landesübliche Weinherstellung bei einer Winzerfamilie kennenlernen.

4. Tag: Quartierwechsel. Fahrt in die Puszta

Heute fahren wir in Richtung Puszta. Die Steppengebiete im Osten des Nationalparks Hortobágy biete uns eine einmalige Puszta Atmosphäre. Der hohe Salzgehalt im Boden führte zur Entstehung einer eintönigen Ebene mit kurzer spärlicher Vegetation und kleinen Robinienwäldern. Dieses ausgesetzte, windgepeitschte Land wurde von den Steppenvögeln bevorzugt. In der flachen Ebene findet eine vielfältige Vogelwelt ihren Lebensraum. Auf unserer Fahrt können wir hier Adlerbussard, Rotfussfalke, Steinkauz, Wiedehopf, Raubwürger, Brachpieper, Haubenlerche, Schwarzkelchen beobachten. Anfangs September kommen schon die ersten Kranichfamilien aus ihren nördlichen Brutplätzen an. Unterwegs können wir schon die Trupps dieses stolzen Vogels beobachten. Gegen Abend erreichen wir Debrecen, wo wir die nächsten vier Nächte bleiben.

5. Tag: Die Grossen Fischteiche, Paradies der Wasservögel.

Fahrt zu den Hortobágy Fischteichen. In den ausgedehnten Teichen laufen die gleichen Prozesse ab wie in natürlichen Gewässern. Im nährstoffreichen Wasser wird mehr Plankton produziert, wovon Fische und andere Lebewesen profitieren. Im September rasten grosse Mengen von Graugänsen und Wildenten in den Teichen. Das plötzliche Auftauchen eines grossen Greifs über dem Gebiet versetzet die Massen von Wasservögeln in Panik. Hier können wir eine breite Palette von Vogelarten beobachten, unter anderem Zwergscharbe, Seeadler, Wildenten, Schwarzstorch, Löffler, Purpur-, Nacht-, Silber- und Rallenreiher, Kranich und Seeschwalbenarten. Im Schilf fliegen immer wieder ruhelose Bart- und Beutelmeisetrupps herum und rufen die ziehenden Rohrsänger vom Röhricht. Das seichte Wasser und der Schlamm der abgelassenen Teiche sind sehr reich an Nahrung und ziehen zu jeder Zeit viele Watvögel an. Neben häufigen Arten wie Kampfläufer und Dunkle Wasserläufer suchen wir nach Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Temminck- und Zwergstrandläufer. Mit etwas Glück können hier auch Teichwasserläufer, Steinwälzer oder Odinshühnchen entdeckt werden.

6. Tag: Die unendliche Ebene, Heimat der Steppenvögel

Heute erkunden wir die im Süden gelegene Steppenlandschaft, welche eine gesunde Population des schwersten flugfähigen Vogels der Welt, der Grosstrappe, beherbergt. Weite Lössfelder und extensiv bearbeitete Äcker bieten Lebensraum für die stark gefährdete Vogelart. Im Herbst sammeln sich die scheuen Vögel in größeren Gruppen und sind im offenen Gelände gut zu sehen. Wiesenweihe, Steinkauz, Blauracke, Bienenfresser, Grauammer können hier auch beobachtet werden. Die schönste Falkenart der Puszta, der Rotfussfalke ist schon auf dem Zug. Vor dem Wegziehen sammeln sie sich in größeren Gruppen. Trupps von mehreren Hunderten von Falken sind in dieser Zeit in den Steppen zu beobachten. Anfang September sind die Schlangenadler Gast der Puszta. Die vielen Ringelnattern, die ihr Winterquartier suchen, bieten reichlich Nahrung für den seltenen Adler. Am Nachmittag geht unsere Tour Feuchtgebieten entlang, die mit Wasserbüffeln beweidet werden. Die robusten Tiere schaffen ein Mosaik an vielen unterschiedlichen Kleinstbiotopen, wo wir Watvögel, wie Kiebitzregenpfeifer, Kampfläufer Dunkle Wasserläufer, Grosse Brachvögel, Alpenstrandläufer und Bekassine antreffen. Da sich die Grosse Rohrdommel im Herbst öfters als sonst zur Nahrungssuche fliegend bewegt, können wir mit Glück auch solche beobachten.

7. Tag: die weite Salzsteppe: Rastplatz des Mornellregenpfeifers

Unsere Tagesexkursion führt uns in die östlichen Steppengebiete, wo die Pusztalandschaft am schönsten ist. Hier halten sich die Mornellregenpfeifer auf ihrem Herbstzug für eine längere Zeit auf. Die Kurzgrassteppe bietet für die wunderschöne arktische Vogelart einen idealen Rastplatz. Sie lassen sich auf den kurzrasigen Schafsweiden nieder und behalten diese Plätze während ihres ganzen Aufenthalts bei. Beliebt sind die Ruheplätze der Weidetiere, die mit Mist bedeckt sind und die Erdwege mit ihren Rad- und Hufspuren. Ende des Sommers kreisen seltene Greife über die Puszta, wo es für sie reichlich Nahrung gibt. See-, Schlangen- und Fischadler, Adlerbussard, Wiesen- und Rohrweihen sind hier in dieser Zeit auf dem Durchzug nach Süden. Hier taucht oft der seltene Steppenweihe auch auf. Wir besuchen auch einen Sammelplatz der Waldohreulen. Im Herbst sammeln sich diese Vögel am Rand der Siedlungen, wo wegen der Tierhaltung reichlich Mäuse vorkommen. Wir können hier den schönen, scheuen Nachtjäger aus näherer Entfernung beobachten.

8. Tag: Rückreise

Nach dem Frühstück geht die Fahrt Richtung Budapest. Rückflug nach Zürich.

János Világosi Fachliche Leitung
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Herbstlicher Vogelzug in Ungarn
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Highlights

  • Hortobágy Puszta
  • Wildgänse
  • Zugvögel
  • Weingegend von Tokaj

Leistungen

  • Linienflüge Zürich – Budapest – Zürich,
    Gruppentarif, inkl. 1 Aufgabegepäck
  • Taxen/Treibstoffzuschlag (zz. CHF 150)
  • Transfers, Rundfahrten, Exkursionen
  • Unterkunft in Touristenklassehotels,
    Basis Doppelzimmer, Dusche/WC
  • Frühstück und Abendessen
  • Mittagessen unterwegs oder als Lunchpakete
  • Lokale Führung ab/bis Budapest
  • Fachliche Leitung
  • 5% des Pauschalpreises für Projekte der Schweizerischen Vogelwarte Sempach

Weitere Hinweise:

Formalitäten

Gültiger Reisepass oder gültige Identitätskarte

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Annullationskostenversicherung und SOS-Schutz für Reisezwischenfälle (siehe Allgemeine Vertrags- und Reisebedingungen)
  • die nicht erwähnten Mahlzeiten, Getränke
  • Trinkgelder