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Wildes, schönes, herzliches Bosnien

von Zagreb nach Sarajevo, unterwegs zwischen Okzident und Orient durchs Bergland Bosniens

Auf der Reise durch das wilde Bosnien lernen wir die verkannte Region mit ihren gastfreund-lichen und offenherzigen Leuten von verschiedensten Seiten kennen. Wir tauchen ein in das von vielfältigen Kultur- und Naturschätzen beschenkte Bosnien-Herzegowina – das «Herz des Balkan», wie es von den Einheimischen genannt wird. Auf einfachen Wanderungen durch die weiten Karstlandschaften der Hochebenen, begleitet vom Ruf des Muezzin in abgelegenen Dörfern, vorbei an goldverzierten orthodoxen Kirchen und franziskanischen Klöstern, nimmt uns die Schönheit der bosnischen Kulturlandschaft in seinen Bann. Wir reisen auf den Spuren von jugoslawischen Autoren, Künstlern und Politikern. Wir machen Halt an bedeutenden Orten der bosnischen Königszeit, der osmanischen Herrschaft und der österreich-ungarischen Okkupationszeit. Wir kosten zuckersüsse orientalische Spezialitäten und erhalten dank persönlichem Kontakt zu den Einheimischen einen tiefen Einblick in die Herausforderungen, die die Zurückgebliebenen nach dem Krieg der 90er Jahre prägen.

Reisedaten

 

Reiseprogramm

1. Tag, Freitag, 05. Oktober

Zürich – Zagreb

Mit dem Nachtzug EuroNight reisen wir von Zürich bis nach Zagreb.

2. Tag, Samstag, 06. Oktober

Zagreb, das österreich-ungarische Tor zum Balkan

Wir erhalten einen Einblick in die lebendige Hauptstadt Kroatiens, die ihr österreich-ungarisches Erbe mit jugoslawischem Charakter zu verschmelzen weiss. Spaziergang durch die vornehme untere und die gemütliche obere Altstadt, Besuch des Marktes, an dem dalmatische Spezialitäten aus dem Süden Kroatiens (Feigenkuchen, Granatäpfel, Olivenöl), sowie Sauerkraut und Eingelegtes in allen Farben und Formen angeboten werden. Freie Stadtbesichtigung und Übernachtung in Zagreb.

3. Tag, Sonntag, 07. Oktober

Wanderung entlang des Canyon «Una» nach Bosnisch Krupa

Angekommen im Herzen des Balkans lädt der Fluss Una auf eine Wanderung entlang des tief in den Sandstein eingeschnittenen Canyon ein. Wir starten bei der mittelalterlichen Burg Ostrožac, die im 13. Jahrhundert von bosnischen Fürsten erbaut und in den nachfolgenden Jahrhunderten den Osmanen, später den Österreichern und dann Jugoslawien zufiel. In der Stadt Bihać degustieren wir orientalische Baklava mit türkischem Kaffee. Im Stadtzentrum steht ein Sakralbau von ganz besonderer Architektur: Eine umfunktionierte Kirche, versehen mit einem Minarett und einer arabischen Inschrift über dem gotischen Türbogen. Abendessen und Übernachtung im Familienbetrieb «Villa Una».

4. Tag, Montag, 08. Oktober

Nationalpark Una

Wir wandern zum tosenden Wasserfall des Štrbački buk und zu den Slapovi, den Tufftreppen des blaugrünen Flusses im Nationalpark Una. Wir erfahren aus erster Hand, was der Fluss Una für die lokale Bevölkerung bedeutet. Die Schmalspureisenbahn, die ehemals Familien, ArbeiterInnen und sonstige Reiselustige auf malerischem Trassee an die dalmatische Küste in die Ferien führte, wartet noch immer auf die erneute Inbetriebnahme. Die Landschaft ist geprägt vom wilden Bach-bett der Una und umgeben von farbigen Herbstwäldern. Nach Auskostung der Naturschönheiten fahren wir nach Jajce und übernachten zweimal im Hotel Stari Grad.

5. Tag, Dienstag, 09. Oktober

Von der Federacija in die Republika Srpska, mit dem Ornithologen und Mitarbeiter des Vogelschutzvereins «naše ptice»

Jajce, die einstige Königsstadt des mittelalterlichen Bosniens, beherbergt uns innerhalb seiner alten Befestigungsanlagen. Wir logieren in Hördistanz zu den Muezzinen und dem berühmten Wasserfall von Jajce. In dieser Stadt beschloss im Jahr 1943 der «Antifaschistische Rat Nationaler Befreiung» unter der Führung von Josip Broz Tito die föderative Organisation Jugoslawiens. Goran Topič, Ornithologe und Verantwortlicher für die Vogelzählungen in Mittelbosnien für die NGO «naše ptice», führt uns von den Seen der plivska jezera zu den Karstquellen des Flusses Pliva. Er erzählt von den Herausforderungen und den Erfolgen der Naturschutzorganisation «naše ptice». Die Kuppeldächer der Kirchen von Šipovo machen deutlich, dass wir uns hier in der Republika Srpska, dem mehrheitlich serbisch-orthodoxen Landesteil Bosniens, befinden.

6. Tag, Mittwoch, 10. Oktober

Travnik, die einstige osmanische Hauptstadt Bosniens

Travnik war 150 Jahren lang das politische und kulturelle Zentrum Bosniens. Hier regierten die osmanischen Wesire über die katholische, orthodoxe, jüdische und muslimische Bevölkerung. In einer literarisch-historischen Führung folgen wir den Geschehnissen des Romans «Wesire und Konsuln» des Literaturnobelpreisträgers Ivo Andrić. Wir hören Alltagsgeschichten aus dem 19. Jahrhundert, als in Travnik zuerst Napoleon ein französisches, und kurz danach der Kaiserhof Wiens ein österreichisches Konsulat eröffnen lässt. Am Vormittag besteigen wir in einer kurzen Wanderung eine Anhöhe des Vilenica mit Ausblick auf die Stadt, die von osmanischer, österreich-ungarischer sowie sozialistischer Architektur geprägt ist. Beim gemeinsamen Abendessen mit Enes Škrgo, dem Kurator des Geburtshauses von Ivo Andrić, haben wir die Gelegenheit, über die im Land noch sehr präsente Kriegsvergangenheit sowie über die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation Bosniens zu diskutieren. Abendessen in der Konoba Plava Voda, begleitet von einem kleinen Konzert mit einem einheimischen Musiker, der uns orientalisch-slawische Klänge aus dem traditionellen bosnischen Instrument, dem «Saz», zaubern wird. Wir übernachten dreimal im Motel Aba.

7. Tag, Donnerstag, 11. Oktober

Zu der Blumen- und Heilkräutervielfalt der weiten Höhen des Schafberges Vlašič

Direkt aus der Altstadt, vorbei an der mittelalterlichen Burg Travniks, besteigen wir auf einem schmalen Pfad das Hochplateau des Vlašič. Dieses Gebirge ist reich an kalk- und wärme-liebenden Pflanzen und auch singenden Kurz- und Langfühlerschrecken. Die Gegend ist gespickt mit abgelegenen Dörfern, an deren Fassaden der Krieg noch deutlich sichtbar ist. Wir treffen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf Schafherden und geniessen Weitblicke über die mittelbosnische Berglandschaft. Wir wandern auf den Pfaden Erich Brandis, eines Botanikers schweizerischen Ursprungs, der hier die legendäre «Rosa Brandis» beschrieben hat. Auf dem Rückweg machen wir Halt im Franziskaner-Kloster Guča Gora und dürfen die Kräuterküche des Apothekers Emsa Grabus besuchen, der die Standorte der Medizinalpflanzen des Vlašič wie seine Hosentasche kennt. Aufgrund der bestehenden Minengefahr dürfen die Wanderwege nur in Begleitung von Ortskundigen verlassen werden.

8. Tag, Freitag, 12. Oktober

Wanderung zu den «Stečci», den mittelalterlichen Grabsteinen der Bogumilen

Die weissen, mit Reliefs dekorierten Kalksteine wurden 2016 auf die Liste des Weltkulturerbe UNESCO aufgenommen. Sie zeugen von den Grabritualen aus dem 11. – 16. Jahrhundert. Unter ihnen begraben sind damalige Angehörige der Bosnischen Kirche der Bogumilen. Auf dem Rückweg machen wir Halt bei einem Kunstwerk des 20. Jahrhunderts von Bogdan Bogdanović. Der Architekt und Urbanist aus Belgrad liess sich von den mittelalterlichen Grabstätten inspirieren für seine Bildhauerarbeiten, die zwischen 1952 und 1988 an mehr als 20 Orten im ehemaligen Jugoslawien als Erinnerungsorte an Opfer der Zivilbevölkerung während dem 2. Weltkrieg konzipiert und erstellt wurden. Nachmittags gibt es Zeit für einen individuellen Spaziergang im Städtchen Travnik.

9. Tag, Samstag, 13. Oktober

Via Arcelor-Mittal Zenica nach Sarajevo

Auf dem Weg nach Sarajevo machen wir einen kurzen Halt in der Stadt Zenica. Nach dem zweiten Weltkrieg kam das Städtchen zu grossem Vermögen, als während dem ersten 5-Jahres-Plan Jugoslawiens das 10km-Durchmesser grosse Areal des Eisenstahlwerks Zenica ausgebaut wurde und mit voller Kapazität und rund 23'000 Angestellten während mehreren Jahrzehnten Metall zum Schmelzen brachte. Das Nationaltheater Zenica, ein preisgekröntes Bauwerk sozialistischer Architektur aus den Ende 70ern, zeugt von der Blütezeit der Stadt, die allerdings insbesondere im Winterhalbjahr stark unter den Emissionen des Arcelor-Mittal Konglomerates leidet. Mit dem lokalen Zug, in Kompositionen der sozialistisch-jugoslawischen 70er-Jahre, fahren wir ins Zentrum Sarajevos, wo wir zweimal übernachten.

10. Tag, Sonntag, 14. Oktober

Sarajevo

Es riecht nach bosnischem Kaffee, Rahat Lokum und frisch gebackenen Baklava, die Muezzine rufen polyphone Klänge von den Minaretten - sind wir tatsächlich noch in Europa? Sarajevo hat sehr viel zu bieten und zeugt von seiner jahrhundertealten bewegten Geschichte. Wir haben Zeit, die Altstadt zu erkunden, vorbei am Tatort des Attentats auf Erzherzog Franz-Ferdinand und seine Gemahlin, dem Fleisch- und Käsemarkt, dem Handwerkerviertel, erfahren in der im letzten Krieg total zerstörten Nationalbibliothek Eindrückliches über den Alltag während dem besetzten Sarajevo. Wer möchte, fährt mit der brandneu wiedererstellten Seilbahn auf den Trebević, den «Olympischen Berg» mit seiner Bobbahn der Winterspiele 1984. Die grandiose Aussicht auf die Stadt, errichtet entlang der Miljacka, umgeben von mindestens sieben Bergen, lohnt sich!

11. Tag, Montag, 15. Oktober

Bus- und Bahnreise Sarajevo-Slavonski Brod-Zürich

Mit einem Bus fahren wir am Montagmorgen von Sarajevo nach Slavonski Brod, von wo wir – mit Wagenwechsel in Zagreb – den Nachtzug EuroNight Richtung Zürich nehmen.

12. Tag, Dienstag, 16. Oktober

Wir erreichen Zürich um 09.20 Uhr.

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Highlights

  • Nationalpark Una mit Štrbački buk Wasserfall und Slapovi Tufftreppen
  • Jaice, 1943 Gründungsstadt von Tito's Jugoslawien
  • Travnik, ehemals politisches und kulturelles Zentrum Bosniens
  • Stečci, mittelalterliche Grabsteine der Bogumilen
  • Blumen und Heilkräuter am Schafberg Vlašič
  • Sarajevo

Leistungen

  • Bahnfahrt EuroNight Nachtzug Zürich – Zagreb/ Slavonski Brod – Zürich, 2. Klasse, (Basis Halbtaxabonnement)
  • Busfahrten, Exkursionen, Besichtigungen und Eintritte gemäss Programm
  • Unterkunft in einfachen Hotels, Basis Doppelzimmer mit Frühstück, Dusche/WC
  • 4 Mittagessen/Picknick und 5 Abendessen
  • Fachliche Leitung
  • 5% für Projekte der Pro Natura

Weitere Hinweise:

Formalitäten

Gültiger Pass oder gültige Identitätskarte

Hinweis zu den Wanderungen

einfache Wanderungen von 1 - 5 Stunden Wanderzeit. Bei längeren Märschen kann abgekürzt bzw. der Bus genommen werden.

Nicht eingeschlossene Leistungen:

  • Annullierungskostenversicherung mit SOS-Schutz für Reisezwischenfälle (siehe Allgemeine Vertrags- und Reisebedingungen)
  • die nicht erwähnten Mahlzeiten, Getränke
  • Trinkgelder