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Picardie

Malergärten und Privatparadiese im Norden Frankreichs

Die vom Tourismus noch wenig entdeckte Picardie, im Norden Frankreichs gelegen, heute Teil der Grossregion Hauts-de-France, wartet mit mancherlei Überraschungen auf. Die abwechslungsreiche Landschaft mit dichten Wäldern, Weiden und Feldern wird von zahlreichen Flüssen und Kanälen durchzogen. Am Ärmelkanal im Westen wechseln sich Kreidefelsen und feine Sandstrände mit ausgedehnten Dünengürteln ab. Das Naturschutzgebiet Marquenterre und die Somme-Bucht, ein Paradies für Vögel und für Seehunde, sind einzigartig, ebenso auch manches an Kultur und Architektur. In den gotischen Kathedralen, den «Lichtern des Nordens», zeigt sich ein reiches künstlerisches und religiöses Erbe. Die Kathedrale von Amiens sowie mehrere Glockentürme aus der Zeit der Gotik, Belfriede genannt, sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.Das Licht dieser Gegend lockte Künstler wie Delacroix, Degas und Corot und andere Maler des Impressionismus hierher. Auch Schriftsteller wie Jean de La Fontaine, Jean Racine, Alexandre Dumas und Jules Verne fanden hier zu neuen Inspirationen. Kostproben daraus gehören mit ins Programm, vor allem jedoch eine erstaunliche Anzahl von Privatgärten und Landschaftsparks, an malerischen Orten des Landes gelegen.

Reisedaten

 

Reiseprogramm

1. Tag, Sonntag, 17. Juni

Rosen überwachsen die Geschichte

Am Mittag Linienflug mit Swiss von Zürich nach Paris Charles de Gaulle, wo Inge Siegert uns erwartet. Mit dem Bus fahren wir zunächst nach Compiègne, um uns den Rosengarten der gleichnamigen Schlossanlage anzuschauen. Er wurde ursprünglich im Jahre 1820 angelegt, in den späten 1990er Jahren nach alten Plänen erneuert und weist heute eine stattliche Anzahl von Damaszener-Rosen, Zentifolien, Gallica- und Noisette-Rosen auf, die umgeben sind von Pfingstrosen, Türkischem Mohn und Schwertlilien. Nach einer Pause im Salon de Thé des Schlossparks erfolgt die Weiterfahrt nach Amiens. Zimmerbezug für 4 Nächte im zentral gelegenen 4-Sterne Hotel Mercure Amiens Cathédrale. Das gemeinsame Abendessen nehmen wir im hoteleigenen Restaurant L'Échanson ein.

2. Tag, Montag, 18. Juni

Amiens: Gotik und «schwimmende Gärten»

Unser erster Besuch gilt einem südwestlich von Amiens gelegenen Privatgarten, der mit dem Prädikat «jardin remarquable» (aussergewöhnlicher Garten) ausgezeichnet ist. Das im 19. Jahrhundert erbaute Herrenhaus aus Backstein ist von einem etwa 2,5 Hektar grossen Park umgeben, in dem es nicht nur grosse Staudenbeete in leuchtenden Farben, einen Rosengarten, zahlreiche Hortensien und besondere Bäume zu entdecken gibt, sondern auch einen «à la française» angelegten Küchengarten, in dem neben Gemüse verschiedene Obstbäume, Stauden und einjährige Pflanzen gedeihen. Unseren Aufenthalt in diesem grünen Reich werden wir durch unsere Mittagspause, die wir dort verbringen, verlängern.

Wieder zurück in Amiens unternehmen wir eine dreiviertelstündige Fahrt durch die «Hortillonnages»; das sind die in einem ehemaligen Sumpfgebiet schachbrettartig angelegten «schwimmenden Gärten». Wahrscheinlich existierten diese Kleingärten bereits zur Zeit der Römer und versorgten die Einwohner der Stadt mit Obst und Gemüse. Heute werden die Parzellen eher als Wochenendquartiere genutzt, in deren Gärten vor allem Blumen wachsen; auch wird Obst dort kultiviert.

Bei einer Führung zu Fuss durch das Zentrum werden uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt vorgestellt. Wir erfahren Wissenswertes über Geschichte und Architektur der Stadt, über den Tour Perret, den Belfried und vor allem über die Kathedrale (Aussenbesichtigung), die grösste gotische Kathedrale ganz Frankreichs. Wir streifen an zahlreichen Armen der Somme entlang, die das lebhafte Viertel Saint Leu durchziehen und ihm den Beinamen «Klein-Amsterdam» eingetragen haben. In diesem wasserreichen Viertel wurden im Mittelalter Stoffe gefärbt. Kleine bunte Fachwerkhäuser säumen die engen Gassen. Nach diesem Stadtrundgang besteht noch die Möglichkeit für einen individuellen Innenbesuch der Kathedrale. Danach steht der Abend zur freien Verfügung.

3. Tag, Dienstag, 19. Juni

Von der Stadt aufs Land: Malergarten, Rosengarten, Mühlengarten

1862 auf der Insel Mauritius geboren, aufgewachsen in Frankreich, liess sich Henri Le Sidaner in Paris an der École des Beaux-Arts zum Maler ausbilden, an der er in späteren Jahren selbst unterrichtete. Heute fast vergessen, war er zu seinen Lebzeiten populär und erfolgreich; stilistisch wird er dem Post-Impressionismus zugerechnet. Zum Malen zog er sich gerne nach Gerberoy im Département Oise zurück, das ihn zu rund 200 Bildern inspirierte. Hier kaufte er ein Dorfhaus, in dem er bis an sein Lebensende mit seiner Familie die Sommermonate verbrachte. Um das Haus herum legte er neben einem Terrassengarten vor allem sorgfältig nach Farben gegliederte Gartenteile an, die ihm Motive für seine Malerei lieferten. So gibt es einen weissen Garten mit weissen Nelken, weissen Rosen und weissen Hortensien; einen Rosengarten in Rot und Rosa, einen blauen und einen gelben Garten.

Nach dem Gartenbesuch legen wir eine ausgedehnte Mittagspause in diesem kleinen befestigten Ort aus dem Mittelalter ein, der als eines der «schönsten Dörfer Frankreichs» klassifiziert ist. Über altertümlich anmutendes Kopfsteinpflaster spazieren wir an Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert entlang durch malerische Gassen, in denen sich Hunderte von Rosen wohlfühlen.

Auf der Rückfahrt besuchen wir in einem etwa 30 Kilometer südlich von Amiens gelegenen Dorf einen zwei Hektar grossen Privatgarten, den die Besitzer um eine Wassermühle aus dem neunzehnten Jahrhundert herum angelegt haben. Kaskaden, Becken, Teiche, Bachläufe variieren als Gestaltungselemente immer wieder das Thema Wasser. Etwa 660 aussergewöhnliche Bäume und Sträucher wie zum Beispiel die aus Ostasien stammende Blasenesche (Koelreuteria), verschiedene Arten von Zelkoven, chinesische Lossträucher (Clerodendron bungei und trichotomum) gibt es hier zu entdecken, aber auch zahlreiche Rosen, Stauden, Gräser und natürlich Wasserpflanzen, alle auch nach den Gesichtspunkten Duft, Blattwerk und Herbstfärbung ausgewählt. Rückkehr nach Amiens und freier Abend.

4. Tag, Mittwoch, 20. Juni

Ein Tag voller Rosen

Nach dem Frühstück verlassen wir Amiens Richtung Norden, um einen der schönsten Privatgärten der Picardie zu besuchen, die Jardins de Maizicourt. Allein ein Blick von der Dorfstrasse auf das kleine Schloss aus dem 18. Jahrhundert mit seinem steilen Schieferdach verheisst dem Besucher eine aussergewöhnliche Anlage. Bereits der Ehrenhof vor dem Schloss beeindruckt mit Prachtstauden und Rosen, die sich an schmiedeeisernen Girlanden ranken. Vorbei an Stallungen, Scheunen und an einem kleinen geschlossenen Garten mit seinem Taubenhaus führt der Weg in den rückwärtigen Teil des Gartens, wo sich dem Besucher das «Rasenparterre» als grüner Teppich, eingefasst von Rhododendren, Magnolien und Cornus, auftut. Weitere Gartenräume gliedern das acht Hektar grosse Areal, etwa an der zentralen Mittelachse entlang oder an der zweiten seitlichen Achse, die an Teich und Labyrinth vorbei zur Buchsbaumallee führt. Laubbäume, Sträucher und in Form geschnittene Gehölze verleihen dem Garten zusätzlich Struktur. Ginster, Hortensien, Spireen, Flieder, Stauden und einjährige Pflanzen sorgen dabei für Farben und eine heitere Atmosphäre.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss in einer Ferme Auberge besuchen wir einen weiteren Privatgarten, der ebenfalls mit dem Prädikat «jardin remarquable» ausgezeichnet wurde. Auf 5400 m² haben die Besitzer, gartenbegeisterte Autodidakten, vor gut 30 Jahren begonnen, sich dieses grüne Paradies zu erschaffen. Entstanden ist ein ländlich-romantischer Garten, der sich auszeichnet durch Farbigkeit vom Frühjahr bis zum Herbst. Struktur gebende Bäume und Sträucher wie gelb blühende Magnolien, verschiedene Viburnum- und Cornusarten bilden das Gerüst des Gartens. Etwa 400 alte und englische Rosen und 180 Arten von Hortensien, darunter zahlreiche japanische Sorten, unterstreichen die romantische Atmosphäre des Gartens, der sich auf vielen kleinen Wegen auch zu Lauben, Sitzplätzen und einem Taubenhaus entdecken lässt.

Anschliessend machen wir noch einen Abstecher zu einem renommierten Rosenzüchter, der seit 2002 in Grigny, einem Dorf etwa 50 Kilometer westlich von Arras, Obstbäume und Rosen züchtet. Diese beiden Spezialisierungen waren auch namensgebend für die Baumschule Mela Rosa: das lateinische Wort «mela» bedeutet Apfel, das lateinische Wort «rosa» kennen alle Rosenliebhaber. Zwei Hektar des Geländes nutzen Jean-Lin Lebrun und seine Frau Monique für die Kultivierung von Obstbäumen und für ihre Baumschule; sechs Hektar dienen als Verkaufsfläche mit Schaubeeten. Bei der Suche nach neuen Kreationen, die sich gut dem nördlichen Klima anpassen, lassen sich die beiden vor allem von botanischen, wilden und alten Rosen inspirieren. Kleinblütigen Rosen geben sie den Vorzug, da diese nach ihrer Beobachtung besser mit klimatischen Unbilden zurechtkommen, auch dem Regen besser standhalten. Inzwischen bieten sie etwa 600 verschiedene Sorten zum Verkauf an, darunter (Kletter-)Rosen, die im Sommer zwei bis drei Meter lange Triebe ausbilden oder deren Blüten wie eine riesige Rispe geformt sind.

Gemeinsames Abendessen in einem Restaurant am Quai Belu.

5. Tag, Donnerstag, 21. Juni

Post-Impressionismus und nochmals Gotik

Heute Morgen heisst es Abschied nehmen von Amiens. Auf unserer Rückreise nach Paris besuchen wir den Garten des Malers André Van Beek, der in der Nähe von Beauvais lebt. Inspiriert von Claude Monets Garten in Giverny legte er ab dem Jahr 2000 auf anderthalb Hektar einen prächtigen Staudengarten an, der ihm bis heute Motive für seine Malerei liefert. Van Beek schuf einen Garten, der ihm unter den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen der Tage und Jahreszeiten immer neue stimmungsvolle Sujets bietet. So konzipierte er Teiche in Ost-West-Richtung, um mit dem wechselnden Morgen- und Abendlicht nuancenreiche Stimmungen einzufangen, legte gewundene Wege an, die an üppiger Ufervegetation, reichblühenden Rosen- und Dahlienbeeten und immer wieder an Hortensien (davon besitzt sein Garten etwa 300) vorbeiführen. Und selbstverständlich gedeiht in den Teichen nicht nur eine stattliche Anzahl an Kois, sondern geradezu eine Überfülle von Seerosen. Ein post-impressionistisches Paradies!

Nach dem gemeinsamen Mittagessen begeben wir uns auf einen geführten Spaziergang durch Beauvais mit einer Innenbesichtigung der Kathedrale von Saint Pierre, die zu den bedeutendsten gotischen Sakralbauten Frankreichs gehört. Anschliessend Weiterfahrt zum Flughafen Charles de Gaulle und Rückflug am Abend nach Zürich.

Inge Siegert Fachliche Leitung

Highlights

  • Altstadt von Amiens (UNESCO-Weltkulturerbe)
  • Amiens' «schwimmende Gärten»
  • ländliche und romantische Privatgärten
  • Rosengärten und Rosenzüchter «Mela Rosa»
  • die aussergewöhnlichen Gärten von Maizicourt
  • mittelalterliches Dorf Gerberoy

Leistungen

  • Linienflüge Zürich – Paris – Zürich, Gruppentarif
  • Taxen/Treibstoffzuschlag (zz. CHF 114)
  • 1 Aufgabegepäckstück 23 kg
  • Bus für Transfers und Ausflüge
  • 4 Nächte im 4-Sterne Hotel Mercure Cathédrale, Amiens
  • Frühstücksbuffet im Hotel
  • 1 Abendessen im Hotel (1. Tag)
  • 1 Abendessen auswärts (4. Tag)
  • 3 Mittagessen und 1 Imbiss unterwegs
  • Bootstour durch die Hortillonnages
  • lokale Führungen
  • Eintritte gemäss Reiseprogramm
  • Reiseleitung durch Inge Siegert ab/bis Flughafen Paris Charles de Gaulle

Weitere Hinweise

Formalitäten

Gültiger Reisepass oder gültige Identitätskarte

Unterkunft

Das 4-Sterne Hotel Mercure Amiens Cathédrale befindet sich im Zentrum von Amiens, nur gerade 50 Meter von der Kathedrale Notre Dame d'Amiens entfernt, der grössten mittelalterlichen Kathedrale Frankreichs, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das historische Saint Leu-Viertel, die schwimmenden Gärten und das Jules Vernes-Haus liegen ebenfalls in der Nähe des Hotels. Die modernen und hellen Zimmer sind geräumig, schallisoliert und in den Sommermonaten klimatisiert. Im Hotelrestaurant L'Échanson verwöhnt Sie der Chefkoch mit einer feinen französischen Küche, mit frischen saisonalen Zutaten sowie einer breiten Auswahl an delikaten Gerichten und regionalen Spezialitäten.

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Annullierungskostenversicherung und SOS-Schutz für Reisezwischenfälle (siehe Allgemeine Vertrags- und Reisebedingungen)
  • die nicht erwähnten Mahlzeiten, Getränke
  • Trinkgelder