Palladios architektonische Meisterwerke

Venezianische Villen und Gärten im Veneto und am Brentakanal

Als Weltkulturerbe ernannte die UNESCO die Altstadt von Vicenza und die Villen Palladios in der Region Venetien (Veneto). Viele weitere Villen und ihre Gärten gehören ebenfalls zum kulturellen Reichtum dieser Region. Einst von der reichen venezianischen Aristokratie als Landsitze in Auftrag gegeben, sind sie noch heute teilweise in Privatbesitz. Villen – eigentliche Paläste – nannten sich diese ländlichen Herrschaftshäuser auf dem venezianischen Festland, in denen die adlige Oberschicht – statt auf der feucht-heissen Insel Venedigs – damals den sommerlichen Urlaub verbrachte.Der bedeutendste der Villen-Architekten war Andrea Palladio (1508–1580). Die von ihm entwickelte Architektur fand weite Verbreitung in Europa. Von England gelangte der «Palladianismus» sogar bis nach Nordamerika. Unsere Reiseleiterin, Dr. Claudia Bonifaccio, ist eine Palladio-Spezialistin und wird vor Ort nicht nur venezianische Villen, sondern auch Palladio-Bauten in Vicenza vorstellen, neben weiteren kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten.

Reisedaten

Reisetermin 2018 sowie Pauschalpreis auf Anfrage. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

 

Reiseprogramm

1. Tag, Montag, 28. Mai

Anreise nach Vicenza

Abfahrt um 09.09 Uhr mit dem EuroCity ab Zürich oder um 09.44 Uhr ab Brig direkt nach Vicenza. Diese Zugfahrt erfolgt unbegleitet aber mit reservierten Plätzen in der 1. Klasse. Kurzer Transfer vom Bahnhof zum Hotel Antico Vicenza, das sehr zentral in der Altstadt liegt. Nach einer Pause erwartet uns Claudia Bonifaccio im Hotel und begleitet uns auf einen ersten Spaziergang ins historische Zentrum von Vicenza.

Einen ersten Eindruck von Vicenza und den Werken Palladios vermittelt uns die Piazza dei Signori, wo sich das berühmteste Bauwerk Vicenzas befindet, der Palazzo della Ragione. Nach einem Einsturz erhielt Andrea Palladio den Auftrag für den Wiederaufbau. Der eindrucksvolle Bau wird seither als «Basilica Palladiana» bezeichnet.

In einem traditionellen Restaurant in der Altstadt werden uns zum gemeinsamen Abendessen lokale Köstlichkeiten serviert. Erste von fünf Übernachtungen im 4-Sterne Hotel Antico Vicenza.

2. Tag, Dienstag, 29. Mai

Villen und Gärten in den Euganeischen Hügeln

Von Vicenza fahren wir in die «Colli Euganei», eine wunderschöne Kulturlandschaft mit Hügelketten vulkanischen Ursprungs. In Monselice besuchen wir den privaten Garten der Villa Emo. Diese Villa wurde von Vincenzo Scamozzi (1548–1616), dem bedeutendsten Schüler und Nachfolger von Andrea Palladio, erbaut. Sie ist von einem prächtigen italienischen Garten mit typisch venezianischen Elementen aus der Renaissance umgeben sowie von grossen Magnolienbäumen, langen Baumalleen und Buchshecken. Contessa Emo, eine begeisterte Gartenliebhaberin, hat ihren Garten zudem mit reizvollen Stauden- und Rosenbeeten erweitert.

In der Nähe befindet sich auch der private Garten der Villa Barbarigo Pizzoni Ardemani, einer der imposantesten barocken Gärten Norditaliens. Die Anlage stammt aus dem 17. Jh. wurde jedoch im 19. Jh. teilweise nach der damals aufgekommenen Mode des Landschaftsgartens erneuert. Dieser Garten besticht durch seine langen, geschnittenen Alleen mit zahlreichen Statuen und Wasserspielen.

Das gemeinsame Mittagessen nehmen wir in den historischen Räumlichkeiten des Castello di San Pelagio in Due Carrare ein. Dieses Schloss ist seit dem 17. Jh. im Besitz der Grafen Zaborra und wird deshalb auch Villa Zaborra genannt. Das mittelalterliche Gebäude aus dem 14. Jh. wird von einer grossen Parkanlage umgeben, die einen geheimen Garten, jahrhundertealte Steinbuchen, einen Obstgarten, einen Fischteich, sowie ein Labyrinth beherbergt. Ein antikes altrömisches Thermalbecken ist ebenfalls zu entdecken. Seit 1980 ist zudem im Schloss ein Museum für Luft- und Raumfahrt untergebracht. Auf einer Führung durch Park und Gärten bewundern wir auch die berühmte Sammlung Alter und Englischer Rosen.

Ein letzter Besuch gilt in Vescovana dem Garten der Villa Pisani Bolognesi Scalabrin. Contessa Evelina van Millingen, die Gattin des venezianischen Conte Pisani, liess hier im Jahre 1852 einen Garten im Englischen Stil anlegen. Dank der heutigen Hausherrin, Mariella Bolognesi Scalabrin, sind heute ein prachtvoller Rosengarten und die eingefassten Blumenrabatten eine Augenweide. Es ist auch möglich, einige der Villen-Innenräume zu besichtigen. Rückfahrt nach Vicenza und freier Abend.

3. Tag, Mittwoch, 30. Mai

Das Vicenza des Andrea Palladio

Auf einem Hügel nahe von Vicenza besichtigen wir zuerst die Villa Valmarana ai Nani, die von einem reizvollen Rosengarten umgeben ist. Die Villa ist im Privatbesitz und wird heute noch bewohnt. Berühmt sind die Fresken in einigen der Säle. Es sind Szenen aus dem göttlichen Olymp, gemalt von Gian Battista Tiepolo (1696–1770). Das zur Villa gehörende Gästehaus wurde dagegen von seinem Sohn Domenico Tiepolo (1724–1804) mit fröhlichen Szenen aus dem ländlichen Alltag geschmückt.

Danach spazieren wir zur tiefer gelegenen, berühmten Villa Capra, die auch Villa La Rotonda genannt wird. Sie gilt als das schönste Gebäude von Andrea Palladio und verkörpert die ideale Architektur der Renaissance. Die umgebende Gartenanlage ist in ihrer ruhigen Schlichtheit perfekt darauf abgestimmt, den erhabenen Eindruck der Villa zu untermalen.

Zum gemeinsamen Mittagessen in einer Trattoria fahren wir zurück ins Stadtzentrum. Anschliessend führt uns Claudia durch die engen Gassen der Altstadt, vorbei an verschiedenen, zum Teil ebenfalls von Palladio erbauten Palazzi mit prächtigen Architekturdetails. Die «Basilica Palladiana» war der Beginn des Erfolgs von Palladio. Bei seinem letzten Werk und gleichzeitig dem Höhepunkt seines kreativen Schaffens handelt es sich um das Olympische Theater. Dieser erst nach dem Tod des Meisters fertiggestellte Bau ist das weltweit älteste überdachte Theater. Vor der eindrücklichen Bühnenkulisse werden gelegentlich Konzerte aufgeführt. Der Abend steht zur freien Verfügung.

4. Tag, Donnerstag, 31. Mai

Am vielbesungenen Brentakanal

Am Morgen bringt uns der Bus zum Brentakanal. Zum Transport von Personen und Waren bevorzugten die Venezianer früher die Wasserstrassen. Die wichtigste Verbindung war der Brentakanal zwischen Venedig und Padua. Folglich entstanden entlang dieser Wasserstrasse auf einer Strecke von 36 Kilometern über 100 Villen.

Unser erster Besuch am Brentakanal gilt der Villa Pisani in Stra. Sie wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. für den Dogen Alvise Pisani als Sommersitz erbaut und umfasst über hundert Räume. Besonders eindrucksvoll ist der riesige Ballsaal mit dem Deckengemälde von Tiepolo. Grossartig ist auch die 11 ha umfassende Gartenanlage mit interessanten architektonischen Elementen, Wasserbassins, einem Irrgarten und eleganten Statuen.

In Dolo lassen wir uns im Restaurant des Schlosshotels Villa Ducale das Mittagessen servieren, bevor wir an Bord eines Ausflugsbootes gehen. An der schönsten Etappe des Kanals liegen in Mira die reizvolle Rokoko-Villa Widmann Rezzonico Foscari und die private Villa Foscari La Malcontenta, wo unsere Bootsfahrt endet. Die in einem grossen Uferpark gelegene Villa wurde von Palladio für einen venezianischen Edelmann erbaut, der darin – so wird gesagt – seine der Untreue beschuldigte Frau versteckte. Die Dame war darüber sehr «malcontenta» (unzufrieden), was im Namen der Villa verewigt wurde. Hier holt uns der Bus für die Rückfahrt nach Vicenza wieder ab. Freier Abend.

5. Tag, Freitag, 01. Juni

Eine ummauerte Stadt und der Garten des Grafen Giannino Marzotto

Heute fahren wir Richtung Norden zum mittelalterlichen Städtchen Marostica, das gänzlich von einer Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert umschlossen ist und zwei schöne Burgen besitzt. Auf dem Hauptplatz findet alle zwei Jahre das Schachfest, ein Schachspiel mit historisch gekleideten Menschen als Schachfiguren, statt.

Weiter führt die Busfahrt durch eine sanfte Hügellandschaft um das Weinbaugebiet Breganze, wo ein besonders guter Wein gedeiht, nach Lugo di Vicenza. Dort besichtigen wir die private Villa Godi Malinverni. Sie gilt als die allererste Villa von Palladio. Das Innere ist mit bedeutenden Fresken ausgeschmückt. Vom schönen, blumengeschmückten Terrassengarten geniessen wir einen wunderbaren Ausblick auf die weite Landschaft. Unsere Mittagspause verbringen wir bei einem gemeinsamen Mahl in der gemütlichen Taverne der Villa.

Ein besonderer Höhepunkt dieser Reise erwartet uns im kleinen Ort Trissino. Conte Giannino Marzotto, ein Textilindustrieller und als begeisterter Autorennfahrer mehrfacher Grand Prix-Gewinner, liess die grosse Villa Trissino restaurieren und übernahm sie als Wohnsitz. Innerhalb der ausgedehnten, parkähnlichen und blumenreichen Gartenanlage befindet sich eine zweite, halb zerfallene Villa, die absichtlich so stehen gelassen wurde. Sie dient als romantische Kulisse, wenn im Freien sommerliche Konzerte aufgeführt werden.

Im Laufe des Nachmittags kehren wir nach Vicenza zurück, wo sich Claudia verabschieden wird. Der Abend steht nochmals zur freien Verfügung.

6. Tag, Samstag, 02. Juni

Vicenza – Monza – Zürich

Am Vormittag erfolgt die Busfahrt nach Monza. Abfahrt um 13.37 Uhr mit dem EuroCity direkt nach Zürich. Die Zugfahrt ist unbegleitet aber mit reservierten Plätzen in der 1. Klasse. Ankunft in Zürich um 16.51 Uhr.

Dr. Claudia Bonifaccio Fachliche Leitung

Highlights

  • Altstadt von Vicenza (UNESCO-Weltkulturerbe)
  • Architektur von Andrea Palladio
  • Bootsfahrt auf dem Brentakanal
  • Villa Trissino

Leistungen

  • Bahnreise 1. Klasse, Basis Halbtaxabonnement Wohnort – Vicenza / Monza – Wohnort
  • Bus für Ausflüge und Transfers ab Vicenza/bis Monza
  • 5 Nächte im 4-Sterne Hotel Antico Vicenza
  • Frühstücksbuffet im Hotel
  • 1 Abendessen (1. Tag)
  • 4 Mittagessen unterwegs
  • Bootsfahrt auf dem Brentakanal
  • Eintritte gemäss Reiseprogramm
  • Reiseleitung durch Dr. Claudia Bonifaccio ab/bis Vicenza

Weitere Hinweise

Formalitäten

Gültiger Reisepass oder gültige Identitätskarte

Unterkunft

Das kleine 4-Sterne Hotel Antico Vicenza befindet sich an bevorzugter Lage in der Altstadt von Vicenza in unmittelbarer Nähe zur Piazza dei Signori und der Basilica Palladiana. Ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Geschäfte, Restaurants, Museen und Denkmäler sind zu Fuss bequem zu erreichen. Die 23 grosszügigen, komfortabel und geschmackvoll eingerichteten Zimmer sind mit Duschen ausgestattet. Das Hotel verfügt über eine Bar sowie eine Dachterrasse mit einem schönen Ausblick über die Dächer von Vicenza.

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Annullierungskostenversicherung und SOS-Schutz für Reisezwischenfälle (siehe Allgemeine Vertrags- und Reisebedingungen)
  • die nicht erwähnten Mahlzeiten, Getränke
  • Trinkgelder