18. August - 02.September 2017

18.08.17-02.09.17
Pauschalpreis pro Person
CHF 7950
Zuschlag Einzelzimmer
CHF 770
Beteiligung: mind. 10, max. 15 Teilnehmende

Eingeschlossene Leistungen

  • Linienflug Zürich – Sao Paulo – Campo Grande – Cuiabá – Sao Paulo Zürich, Gruppentarif, inkl. 1 Aufgabegepäck
  • Flughafentaxen (zz. CHF 500)
  • Transfers, Bootsfahrten, Exkursionen
  • Unterkunft in Pousadas und Lodges sowie in einem Mittelklasshotel, Basis Doppelzimmer Dusche/WC
  • Vollpension in den Unterkünften
  • Lokale Führung
  • Fachliche Leitung

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Annullationskostenversicherung und SOS-Schutz für Reisezwischenfälle (siehe Allgemeine Vertrags- und Reisebedingungen)
  • die nicht erwähnten Mahlzeiten
  • Getränke
  • Trinkgelder

Weitere Hinweise

 

Formalitäten

Gültiger Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist.

 

Gesundheit

Die Teilnehmenden erhalten weitere detaillierte Informationen

 

Wir fliegen mit Swiss International Air Lines

  

& GOL / Varig Airlines

Brasilien

Nord- und Südpantanal

mit Dr. Manuela Seifert

Der Pantanal, das grösste Schwemmgebiet unserer Erde, ist ein verletzliches Naturparadies. Vor etwa 60 Millionen Jahren hat sich im Zusammenhang mit den tektonischen Vorgängen der Anden eine riesige, topfartige Einsenkung gebildet, innerhalb welcher sich das Wasser wegen der äusserst geringen Neigung nur sehr langsam fortbewegen kann. Das erklärt die grossflächigen, mehrere Monate andauernden Über¬schwemmungen, die der Rio Paraguay, der Hauptfluss, der sich durch den Pantanal schlängelt, sowie andere Flüsse und Nebenflüsse, jeweils zu Beginn der Regenzeit (anfangs Dezember) verursachen. Nur einige höher gelegene Hügelzonen bleiben vom Hochwasser verschont und bilden eigentliche «Archen» für die Tierwelt. Während der Regenzeit verwandelt sich das Buschland in eine Wasserlandschaft. In der Trockenzeit sind jedoch überraschend viele Lebensräume auszumachen wie grössere und kleinere Sumpfgebiete, Süss- und Salzwasserseen, savannenähnliche Steppengebiete, lichte Palmenhaine und dichter ursprünglicher Urwaldgürtel entlang der Flussufer. Einzig¬artig ist die Tierwelt im Pantanal mit 80 Arten von Säugetieren, 50 Reptilienarten, über 250 Fisch- und 650 Vogelarten. Das unglaublich reiche Fischvorkommen erklärt die riesige Anzahl und Vielfalt von Wasservögeln und Reptilien, die hier anzutreffen sind. Auf den Sandbänken liegen Leib an Leib die «Jacares», die Brillenkaimane. In grosser Zahl beobachtet man die «Capivaras», die fetten, grossen Wasserschweine – Leckerbissen für Raubkatzen wie Puma, Jaguar und Ozelot. An die wasserreichen Biotope angepasst sind der langbeinige Mähnenwolf und der Sumpfhirsch. Aber auch Ameisenbären, Gürteltiere, Brüll- und Kapuzineraffen sind hier heimisch, sowie ver-schiedene Schlangenarten – darunter die bis zu 6 m lang werdende Gelbe Anakonda. Besonders reich vertreten ist die Vogelwelt, vorab Wasservögel wie der über 2 m grosse Jabiru, eine Storchen-Art, und vor allem viele Sittich- und Papageienarten, Tukane und der vom Aussterben (wegen Wilderei) bedrohte Hyazinth-Ara.

Im Jahre 2000 erklärte die UNESCO den Pantanal zu einer der wichtigsten Biosphä¬ren der Welt und ein Teil des Gebietes steht seither unter Naturschutz. Jedoch die Be¬drängung der umgebenden Gebiete durch Brandrodung für erweiterte Anbauflächen von Zuckerrohr und Soja, Bio-Ethanol-Destillerien und ihre giftigen Abwässer, Pestizide, Kunstdünger, Bodenerosion und Veränderung des natürlichen Wassersystems sind drohende Gefahren für den Pantanal.

Reiseprogramm

1./2. Tag, Freitag/Samstag, 18./19. August

Zürich – Sao Paulo – Campo Grande

Linienflug von Zürich nach Sao Paulo und anderntags lokaler Anschlussflug nach Campo Grande. Am Flughafen von Campo Grande werden wir vom lokalen Biologen, Ricardo Casarin, empfangen. Er spricht Englisch und Manuela wird auf Deutsch übersetzen. Nach Ankunft in Campo Grande erfolgt der Transfer zur Unterkunft. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Es besteht die Möglichkeit eines Parkbesuches oder weiteren Sehens­würdigkeiten. Gemeinsam nehmen wir das Nachtessen ein.

 

3. Tag, Sonntag, 20. August

Campo-Grande – Süd-Pantanal

Nach dem Frühstück steht ein rund dreistün­diger Bustransfer zur Pousada Aguapé an, wo wir für zwei Übernachtungen Unterkunft finden. Auf der Fahrt lassen sich bereits Nan­dus, Seriemas, Riesentukane oder sogar Grosse Ameisenbären entdecken.  Zu Fuss erkunden wir die nähere Umgebung und unternehmen eine Bootsfahrt auf dem Rio Claro, der für seine Riesenotter bekannt ist. Auch Tapire, Reiher, Eisvögel und Fischbussard schätzen das Ufer dieses Flusses.

 

4. Tag, Montag, 21. August

Pousada Aguapé

Frühmorgens streifen wir zu Fuss durch die offene Landschaft  rund um die Lodge und den Galeriewald entlang des Aquidauana Flusses. Häufig sind hier Weisshalsibisse, Araraunas, Nandaysittiche und selbst die grossen, blauen Hyazinth-Aras sind nicht sel­ten. In der savannnenartigen Landschaft füh­len sich auch  Gürteltiere, Spiesshirsche, Ameisenbären und Kapuzineraffen wohl.
Nachmittags geht es mit einem offenen Last­wagen über das riesige Farmgelände auf Safari. Wir halten Ausschau nach Pampashirsch, Halsbandpekari, Nasenbär, sowie an Tümpeln und im sumpfigen Gelände nach Brillenkaimanen, dem grossen Jabiru-Storch und zahlreichen Reiherarten.
Nach dem Abendessen haben wir die Möglichkeit die nachtaktive Tierwelt kennen zu ler­nen, wiederum vom Wagen aus, so zum Bei­spiel: Tamandua, Eulen, Nachtschwalben und mit Glück Ozelot und Tapir.

 

5. Tag, Dienstag, 22. August

Pousada Aguapé – Olho d’Agua Lodge

Nach dem Frühstück unternehmen wir unsere erste Bootsfahrt. Der Aquidauana ist einer der wichtigsten und tierreichsten Flüsse des Pan­tanals. Entlang der Ufer fühlen sich Riesenotter, Olivenscharben  und Mangrovereiher wohl, Schwarze Brüllaffen vernimmt man von  weitem aus den Kronen der hohen Bäume. Hier sind auch Riesentukane und Kapuziner­affen zu finden. Nach dem Mittagessen fahren wir etwa 4 Stunden bis Bonito, zu unserer nächsten Unterkunft. Unterwegs kommen wir durch das Bodequena Mittelgebirge, das die südliche Grenze des Pantanals bildet. Bonito befindet sich am Randes des rund 70‘000 Hektar grossen Bodequena Nationalparks. Das Hotel liegt an einem Wald, in der Nähe von Bonito, idealer Ausgangspunkt für unsere Exkursionen.

 

6. Tag, Mittwoch, 23. August

Bonito

Heute sind wir den ganzen Tag unterwegs. Morgens besuchen wir eine 100 Meter tiefe Doline, in der sich rund 40 Paare Grünflügelaras angesiedelt haben. Von oben herab kann man die farbenprächtigen Vögel beobachten, wie sie zu ihren Brutplätzen in der steilen Sandsteinwand fliegen. Auch Töpfervögel, Kolibris und Goldstirnsittiche leben hier.
Unser Mittagessen nehmen wir in einer klei­nen Lodge am Rio da Prata ein. Dieser Fluss lädt zu einer einmaligen Schnorcheltour ein. Man lässt sich flussabwärts im kristallklaren Wasser treiben, vorbei an Dorados und Pacu-Fischen, bei einer Weitsicht unter Wasser von rund 40 Metern! Gegen Abend kehren wir ins Hotel zurück.

 

7. Tag, Donnerstag, 24. August

Bonito – Campo Grande – Cuiabá - Chapada dos Guimaraes, Nord Pantanal

Nach dem Frühstück bringt uns der Minibus nach Campo Grande zum Flughafen. Rund 1 Stunde überfliegen wir den Pantanal bis wir in Cuiabá landen. Von hier aus fahren wir an Cuiabá vorbei und erreichen gegen Mittag die Tafelberge aus rotem Sandstein bei Chapada dos Guimaraes.
Wir besuchen Mirante, den geodätischen Mit­telpunkt von Südamerika. Von diesem Aus­sichtspunkt aus blicken wir auf die Weite des Pantanals und die hügelige Landschaft um uns hin. Amethystohrkolibri, Halsbandsegler, Königsgeier und Morgenammer sind hier kei­ne Seltenheit. Übernachtung in der komfor­tablen Penhasco Lodge.

 

8. Tag, Freitag, 25. August

Chapada dos Guimaraes – Nationalpark

Morgens besuchen wir den Véu de Noiva-Wasserfall mit seinen 86 Metern Höhe. Während auf den Tafelbergen eine spärliche, krüppelartige Strauchvegetation, Cerrado genannt, gedeiht, wirkt das grüne, dichtbe­wachsene Tal urwaldähnlich. Auch die Fauna ist  interessant. Unter anderem lebt hier ein Spechtverwandter, der endemische Cerrado-Faulvogel. Rabengeier und Wegebussarde ziehen ihre Kreise, Araraunas und Pavuasitti­che brüten in den Klippen.
Nachmittags haben wir vom Alto do Céu Viewpoint einmal mehr eine wunderbare Fern­sicht. Der seltene, leuchtend blaue Kobaltäm­merling und der Elsteradler sind zwei Bewoh­ner des Gebiets, nach denen es sich lohnt Ausschau zu halten. Gegen Abend fahren wir ins Städtchen Chapada dos Guimaraes und essen in einem typischen Restaurant.

 

9. Tag, Samstag, 26. August

Chapada dos Guimaraes – Pousada Rio Claro

Nach dem Frühstück verlassen wir die Tafel­berge aus rotem Sandstein bei Chapada in südlicher Richtung, fahren an Cuiabá vorbei und erreichen gegen Mittag den Beginn der berühmten Transpantaneira, einer Schot­terstrasse, die 145 Km durch die artenreiche Welt des Pantanals führt. Zu der am Fluss des Rio Claro gelegenen Pousada ist es nicht mehr weit. Hier übernachten wir zweimal.

 

10. Tag, Sonntag, 27. August

Pousada Rio Claro Lodge

Heute heisst es zu Fuss die nähere Umge­bung erkunden und eine Bootsfahrt auf dem Rio Claro, der für seine Riesenotter bekannt ist. Auch Tapire, Reiher, Eisvögel und Fisch­bussard schätzen das Ufer dieses Flusses.

 

11. Tag, Montag, 28. August

Pousada Rio Claro - Porto Jofre

Wir fahren auf der Transpantaneira bis Porto Jofre und machen uns mit der dynamischen Vielfalt der Landschaft des Nordpantanals vertraut.
Das Mittagessen nehmen wir unterwegs, im Hotel Mato Grosso Pantanal, ein, das sich am Pixiam-Fluss befindet. Zahlreich sind hier kleine, bunte Vögel wie Mantelkardinal, Orangetroupial und Tangare.
Auf der Weiterfahrt halten wir unter anderem bei Campo Jofre, einer wunderhübschen, weitläufigen, von Sumpflandschaft umgebe­nen Stelle. Es fällt schwer sich vom Anblick der Silber-, Cocoi-, Schmuck- und Marmor­reiher, sowie Halsband-Tschajas und wie sie alle heissen, los zu reissen. Mit etwas Glück entdecken wir auch Sumpfhirsch und Virginia­uhu. Gegen Abend erreichen wir unser Hotel in Porto Jofre.

 

12. Tag, Dienstag/13. Tag, Mittwoch, 29./30. August

Porto Jofre

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Boot entlang des Cuiabá-Flusses. Er ist einer der 170 Fliessgewässer, die in den Fluss Paraguay münden. Wir befinden uns im Lebensraum des Jaguars. Vom ersten Moment auf dem Boot an haben wir die Chance eine der gefleckten, an anderen Stellen so selten gewor­denen, Katzen am Ufer zu beobachten.
Nach dem Mittagessen sind wir erneut auf dem Fluss. Auch Tapir, Riesenotter, Scheren­schnabel und weitere ans Wasser gebundene Vogelarten werden regelmässig gesehen. Frühmorgens geht es am zweiten Tag zu Fuss zur Riesenseerosen-Lagune, den Son­nenaufgang erleben wir von einem Steg mit Blick auf die Lagune. Hier tummeln sich Rotstirn-Blatthühnchen, Eisvögel, Karakaras sowie Sittiche, die laut zwitschernd vorbei fliegen. Zwei Tage verbringen wir im Reich des Jaguars. Zahlreich und spannend sind die Beobachtungen auf dem Cuiabá und seinen Nebenflüssen vom Boot aus. Wir nehmen uns dafür Zeit.

 

14. Tag, Donnerstag, 31. August

Porto Jofre – Pousada Piuval

Heute geht es nach Norden zurück, zur Pousada Piuval, die sich am Anfang der Tran­spantaneira befindet. Unterwegs halten wir einmal mehr da und dort, um nach Reihern, Kaimanen oder Riesenottern Ausschau zu halten.
In der Nähe unserer Unterkunft erkunden wir die  Tierwelt der von Galeriewäldern und Palmenhainen geprägten Umgebung. Jabiru-Störche und auch Hyazinth-Aras sind hier nicht selten.
Nachmittags streifen wir zu Fuss durch die nähere Umgebung. Von einem Beobach­tungsturm aus können eine Kolonie Oli­venscharben, verschiedene Reiherarten, Was­serschweine und Brillenkaimane gesichtet werden. Nach dem Abendessen bietet sich eine Nachtsafari an.

 

15./16. Tag, Freitag/Samstag, 1./2. September

Piuval Lodge – Cuiabá – Sao Paulo – Zürich

Im Laufe des Morgens fahren wir zum Flughafen von Cuiabá. Lokaler Flug zurück nach Sao Paulo und Weiterflug nach Zürich mit Ankunft am anderen Morgen