04. – 09. Juni 2017

04.06.17-09.06.17
Pauschalpreis pro Person
CHF 2650
Zuschlag Einzelzimmer
CHF 300
Beteiligung: mind. 12 Gäste

Eingeschlossene Leistungen

  • Linienflüge Zürich – Paris – Toulouse – Paris – Zürich, Gruppentarif
  • Taxen/Treibstoffzuschlag (zz. CHF 99)
  • 1 Aufgabegepäckstück 23 kg
  • 5 Nächte im 4-Sterne Hotel Plaza Madeleine, Sarlat-la-Canéda
  • Frühstücksbuffet im Hotel
  • 2 Abendessen in Sarlat-la-Canéda
  • 4 Mittagessen unterwegs
  • Eintritte/Führungen gemäss Programm
  • Bootsfahrt auf der Dordogne
  • Bus für Transfers und Ausflüge
  • Reiseleitung durch Inge Siegert ab Zürich

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Annullierungskostenversicherung und SOS-Schutz für Reisezwischenfälle (siehe Allgemeine Vertrags- und Reisebedingungen)
  • die nicht erwähnten Mahlzeiten, Getränke
  • Trinkgelder

Weitere Hinweise

 

Formalitäten

Gültige(r) Reisepass oder Identitätskarte.

 

Unterkunft

Das charmante Hotel Plaza Madeleine Hôtel & Spa liegt im Herzen der mittelalterlichen Stadt Sarlat-la-Canéda mit ihren Monumenten, Geschäften, Restaurants und Cafés. Dieses Hotel verfügt über 39 geschmackvoll und komfortabel eingerichtete Zimmer und ist mit einem kleinen Wellnessbereich, einem beheizten Pool sowie Sauna und Dampfbad ausgestattet. Die hoteleigene Bar mit Terrasse bietet sich an für kleine Mahlzeiten oder um den Abend bei einem Drink gemütlich ausklingen zu lassen.

 

Wir fliegen mit AIRFRANCE

Dordogne (Périgord)

frühes Paradies der Menschheit

mit Inge Siegert

«Diesseits von Griechenland kommt nichts dem Paradies so nahe», schwärmte Henry Miller über diese im Südwesten Frankreichs gelegene Region, die vom deutschsprachigen Tourismus bis heute noch wenig entdeckt ist. Es handelt sich um die Mäander des Dordogne-Tals mit seinen ungewöhnlichen Felsformationen, einem milden Klima und vielen alten Bauwerken aus ockergelbem Kalkstein.

Das Périgord – so heisst diese Region offiziell – gehört zu den ältesten und reichsten Landschaften Europas. Hier finden sich die frühesten Kunstwerke der Menschheit: Höhlenmalereien schon aus der Steinzeit. Zahlreiche mittelalterliche Orte mit ihren Gassen, Burgen, Kirchen und Klöstern prägen das Landschaftsbild ebenso wie eine stattliche Anzahl an Schlössern und Herrenhäusern aller Jahrhunderte, die mit aussergewöhnlichen Gärten locken. Verkehrstechnisch nicht gerade leicht zugänglich, belohnt diese Gegend der «France profonde» («tiefstes Frankreich», sagt man selbst dort) ihre Besucher mit sehr reichhaltiger Geschichte und – in der Gegenwart – mit gepflegter Behaglichkeit sowie einer regional besonderen Küche.

Reiseprogramm

1.Tag, Sonntag, 04. Juni

Anreise in eine entlegene Gegend

Am Morgen begleiteter Linienflug mit Air France von Zürich über Paris Charles de Gaulle nach Toulouse. Den Bustransfer vom Flughafen zum etwa 200 Kilometer entfernten Sarlat-la-Canéda nutzen wir zu einem Spaziergang im malerisch auf einem Felsen über dem Flusstal des Lot gelegenen Saint-Cirq Lapopie, das zu den «Schönsten Dörfern Frankreichs» zählt. Danach Weiterfahrt nach Sarlat-la-Canéda. Im 4-Sterne Hotel Plaza Madeleine beziehen wir unsere Zimmer für fünf Nächte gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen.

 

2. Tag, Montag, 05. Juni

Gotik und Gärten: Skulpturen in Stein und in Grün

Auf einer Führung durch einen der schönsten Orte Frankreichs entdecken wir die Altstadt von Sarlat-la-Canéda, ein Juwel alter Stadt­baukunst, das als weitgehend geschlossenes Ensemble erhalten geblieben ist. Wir sehen die Kathedrale St. Sacerdos aus dem 16. und 17. Jh. (Aussenbesichtigung), eine Toten­kapelle mit rätselhafter Funktion, den ehemali­gen Bischofspalast, das Geburtshaus des Poli­tikers und Schriftstellers Etienne de La Boétie (er war Montaignes engster Freund) und durchstreifen dabei schmale Gassen, die ihr mittelalterliches Gepräge bewahrt haben. Wir sehen prächtige Stadtpalais im Stil der Gotik und der Renaissance sowie hohe Giebelhäu­ser, deren Dächer oftmals noch mit schweren Steinplatten, den sogenannten «lauzes», gedeckt sind, alle aus ockergelbem Kalkstein erbaut. Wen überrascht es da, dass dieser Ort schon mehrmals als Filmkulisse diente! Zum Segen für den Erhalt des alten Stadtbildes wurde das 1962 von der Regierung in Paris verabschiedete Denkmalschutzgesetz, das in einem Pilotprojekt neben drei weiteren Städten Sarlat zur Sanierung vorsah.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das wir bereits auf dem Landsitz von Eyrignac ein­nehmen, erwartet uns dort ein ungewöhnli­cher Privatgarten, vom Vater des heutigen Besitzers, Patrick Sermadiras de Pouzols de Lile, in den 1960er Jahren begonnen. Er ist ein Traum von Harmonie in Grün. Die vier Hektar grosse Anlage weist über 300 ver­schiedene grüne Skulpturen auf, die alle in traditioneller Methode von Hand geschnitten werden. Neue Gartenräume sind hinzuge­kommen: So spazieren wir an der Allée des Charmes, einer Doppelreihe von kunstvoll zugeschnittenen Eiben und Weissbuchen vorüber in die Grüne Rotunde, kommen ans Herrenhaus, das sich seit dem 17. Jh. in Fami­lienbesitz befindet, sehen Beete à la française mit ihren Buchsbaumarabesken, einen Quel­lengarten, einen Bauerngarten voller Blumen und Gemüsesorten, eine Wildblumenwiese und eine chinesische Pagode im Weissen Garten, der aus Rosenbeeten und Wasser­spielen komponiert wurde.
Nach dem Besuch von Eyrignac erwartet uns in einem der schönsten Abschnitte des Flusstals mit fast mediterranem Klima und entspre­chender Vegetation eine Fahrt in einem tradi­tionellen Holzkahn (gabare) auf der Dordogne. Das Dorf selbst, La Roque-Gageac, ist bekannt für seine reizvolle Lage am Fuss eines hoch aufragenden, ockerfarbenen Felsüber­hangs, unter dem sich die Häuser in engen Reihen ducken. Bei einem Spaziergang hoch zur Kirche sehen wir Oleander, Palmen, Yuc­cas, Bambus, Feigen-, Orangen- und Zitro­nenbäume, die sich hier dank eines günstigen Mikroklimas wohlfühlen. Freier Abend in Sarlat.

 

3. Tag, Dienstag, 06. Juni

Fantasiegärten, romantisch und zeitgenössisch

Nach dem Frühstück brechen wir in nordöstliche Richtung auf, um in Terrasson-Lavilledieu die von der amerikanischen Landschaftsdesignerin Kathryn Gustafson angelegten Jardins de l‘Imaginaire (Gärten der Fantasie) zu besuchen. In den 1990er Jahren angelegt und 1996 eröffnet, haben diese Gartenwelten wegen ihrer zeitgenössischen Gestaltung inter-nationale Anerkennung erfahren. Die auf sechs Hektar terrassenartig angelegten Gärten gliedern sich in 13 verschiedene Themen. So gibt es z. B. einen Heiligen Hain, einen Elfen- und Koboldwald, einen Goldenen Faden, ein Grünes Theater, einen Wasser- und einen Rosengarten.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das wir noch in Terrasson-Lavilledieu einnehmen, geht es weiter zu einem einzigartigen Wasser­garten: Auf einem Areal in Hanglage mit Blick auf die Dordogne erstreckt sich ein ab 1999 angelegter Landschaftsgarten mit verschiedenen Wasserbecken, Teichen und Kaskaden, die einen reizvollen Kontrast zur waldreichen Umgebung bilden. Hier gedeihen über 150 Arten von Wasserpflanzen, darunter über 50 Seerosen- und 30 Lotus-Arten. Hier entstand auch das erste «Wasserlabyrinth» Europas dieser Grösse: ein 550 Meter langer, durch ein Geländer gesicherter Steg ermöglicht dem Besucher auf einer etwa 3000 m² grossen Wasserfläche einen Spaziergang zwischen Lotus und Libellen. Mit einer Brücke im Stil Givernys erweist die aus der Normandie stammende Besitzerfamilie ihre Reverenz an Claude Monets Seerosen. Vor Ort können Pflanzen erworben werden.
Den Abschluss dieses Tagesprogramms bildet ein Bummel durch Domme, der höchstgelegenen Bastidenstadt des Périgord. Bastiden (schachbrettartig angelegte Festungsstädte) entstanden vor allem in der zweiten Hälfte des 13. Jh. auf strategisch günstig gelegenen Kuppen, um das Land zu sichern und die Ansprüche des jeweiligen Herrschers zu verteidigen. Vom Belvédère aus öffnet sich ein weiter Blick über das Tal der Dordogne, der Henry Miller zu den Worten hinriss, dass selbst «ein flüchtiger Augenblick von dieser Stelle etwas sei, wofür man das ganze Leben dankbar sein müsse.» Zurück in Sarlat steht uns der Abend zur freien Verfügung.

 

4. Tag, Mittwoch, 07. Juni

Ungekünstelte Gärten und ein Stück Jakobsweg

Unsere heutige Fahrt, die uns ins sogenannte Purpurfarbene Périgord führt, unterbrechen wir zunächst mit einem Spaziergang durch das mittelalterliche Limeuil. Der ebenfalls zu den «Schönsten Dörfern Frankreichs» (so das Prädikat) zählende Ort liegt malerisch am Zusammenfluss von Dordogne und Vézère, die an dieser Stelle von zwei hundertjährigen Brücken überspannt werden und im stumpfen Winkel aneinanderstossen.
Anschliessend werden wir in einem relativ jun­gen Privatgarten erwartet, der inzwischen die Aufmerksamkeit der französischen Garten­presse auf sich gezogen hat. Um ein Land­haus aus dem 17. Jh. und dessen Neben­gebäude hat der zum leidenschaftlichen Hobby­gärtner gewordene Besitzer Schritt für Schritt idyllische Gartenbereiche angelegt. So gibt es einen Obstgarten mit Spalierobstbäumen, einen Gemüsegarten mit Brunnen in seinem Zentrum, einen Ziergarten mit einer reichen Kollektion an Myrtengewächsen, alten Rosen und Pfingstrosen, ausserdem Kamelien und andere Duftsträucher. Unseren Aufenthalt dort verlängern wir durch ein gemeinsames Mittagessen, das uns in eben diesem Garten serviert wird. Der letzte Programmpunkt des Tages führt uns zur 1115 gegründeten Abteikirche von Cadouin. Diese Kirche mit ihrem bemerkenswerten spätgotischen Kreuzgang ist heute Teil des Weltkulturerbes der UNESCO «Jakobsweg in Frankreich». Wiederum steht der Abend zur freien Verfügung.

 

5. Tag, Donnerstag, 08. Juni

An der Wiege der Menschheit

Auf unserer heutigen Fahrt in das westlich von Sarlat gelegene Flusstal der Vézère, das wegen der zahlreichen prähistorischen Funde zu Recht als eine «Wiege der Menschheit» bezeichnet wird, machen wir zunächst einen Abstecher nach Saint-Amand-de-Coly. Hier steht die vielleicht eindrucksvollste Wehrkirche des Périgord, entstanden im 12. Jh. und während des Hundertjährigen Krieges (1337 bis 1453) zwischen England und Frankreich in eine Festung umgewandelt.
Anschliessend fahren wir weiter nach Lascaux. Die 1940 von vier Jugendlichen entdeckte Höhle mit mehr als 1500 Felsmalereien und -gravuren aus der Zeit zwischen 19’000 und 15’000 v. Chr. zählt seit Jahrzehnten zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ausgelöst durch den hohen Besucherstrom veränderte sich allerdings das Mikroklima der Höhle so stark, dass sie von Pilz- und Schimmelbefall bedroht war und für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Doch steht den Besuchern eine Eins-zu-eins-Kopie der beiden ersten, am meisten bebilderten Räume, die ihrem Vorbild bis ins kleinste Detail gleicht, offen. Hier erhalten wir eine Führung und werden die ältesten erhaltenen Tierdarstellungen sehen – Auerochsen, Wisente, Hirsche, Wildpferde – und dazu den Wissensstand der heutigen Forschung zu Entstehung und einstigen Nutzung dieser Höhlen erfahren.
Nach der Mittagspause besichtigen wir das im 16. Jh. auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Befestigungsanlage erbaute Schloss Losse, malerisch auf einem Felsvorsprung direkt über der Vézère gelegen. Wenn Schloss und Gärten heute wieder in einem eleganten Renaissancegewand erscheinen, so ist das den seit 1976 mit viel Geschmack vorgenommenen Renovierungsarbeiten zu verdanken. Inspiriert von Gartenplänen der damaligen Zeit, doch verbunden mit zeitgenössischer Interpretation, legte man bei der Wiederherstellung der Gärten verschiedene Terrassengärten an, einen in rechtwinkligen Zackenlinien verlaufenden Buchsbaumweg, mit Glyzinien bewachsene Laubengänge, ein Labyrinth, einen Knotengarten u. a. m. Seit 2004 tragen diese Gärten das Label «jardin remarquable» (aussergewöhnlicher Garten).
Bevor wir nach Sarlat zurückkehren, fahren wir zu einem kurzen Aufenthalt nach Saint-Léon-sur-Vézère, wo eine der schönsten romanischen Kirchen des Périgord steht. Den Abschluss des Tages bildet ein gemeinsames Abendessen.

 

6. Tag, Freitag, 09. Juni

Rückkehr in die Gegenwart

Heute heisst es Abschied nehmen von der Dordogne. Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen von Toulouse und Rückflug mit Air France über Paris Charles de Gaulle. Ankunft in Zürich am späten Nachmittag.